Wie Gehirnwellen unsere Emotionen lenken

Sich wohl fühlen, geboren und sicher, das sind Grundbedürfnisse eines jeden Menschen. Unsere Gedanken spielen dabei eine wichtige Rolle. Sobald Freude und Glück wie Sonnenstrahlen durch unseren Körper strömen könnten wir die ganze Welt umarmen, nicht wahr? Kein schlechter Gedanke kann dann unsere gute Laune trüben. Oder doch?

Erfahre in diesem Artikel mehr darüber, wie Gedanken unsere Emotionen beeinflussen.

Hast du dich einmal gefragt »Was war zuerst, das Gefühl oder der Gedanke?« Wusstest du, dass Gehirnwellen unseren Verstand steuern und dass der Verstand die Gefühle steuert? Erst mit einem Gedanken (einem inneren Monolog, eine innere Bewertung) entsteht nämlich ein Gefühl. Das geschieht im Unterbewusstsein.

In diesem Artikel werden wir dir erklären, was wir mit Gehirnwellen meinen und welches Zusammenspiel dabei entsteht. Du wirst gleich erfahren, welche unterschiedlichen Frequenzen in unserem Gehirn existieren, und wie du durch sie Zugang zu deinem Unterbewusstsein bekommen kannst.

Gehirnwellen – Kommunikationsverbindungen im Kopf

Der menschliche Organismus besteht aus extrem vielen Nervenverbindungen, die durch den ganzen Körper gehen. Auch in unserem Gehirn existieren Nervenbahnen. Es lässt sich in mehrere Milliarden Nervenzellen aufgliedern, die untereinander kommunizieren. So sendet die eine, der anderen Impulse und verarbeitet diese weiter. Du kannst dir diese Verbindungen zwischen den Nervenzellen wie Telefonleitungen vorstellen.

Kommt eine Kommunikation zwischen den Nervenzellen zustande, entstehen im selben Moment elektrische Impulse. Wie das Gehirn gerade arbeitet, hängt vom Rhythmus dieser Impulse ab. Daran kann man ableiten, welche Frequenzen aktiv sind. Das sind die sogenannten Gehirnwellen.

Diese Gehirnwellen können mit einem Elektroenzephalograf gemessen werden. Die Art und Frequenz  geben Hinweise auf die jeweilige Hirnaktivität. Daraus lassen sich in der Wissenschaft und Studienarbeit Rückschlüsse ziehen, wie die Stimmung eines Menschen in diesem Moment ist und wie sich das im Gehirn zeigt.

Gehirnwellen in fünf Phasen

Um genauer zu verstehen, wie unser Gehirn funktioniert und warum die Gehirnaktivität so interessant für die Wissenschaft und auch für dich sein sollte, haben wir dir die  fünf Zustände der Hirnaktivität aufgelistet. Jeder Zustand ist eine andere Phase, in der unser Verstand unterschiedlich schnell arbeitet.

Alpha Zustand: Alphawellen sind im Alltag aktiv. Wir sind in diesem Zustand aufnahmefähig, konzentriert und wenig erregt.

Beta Zustand: Betawellen stehen für einen erregten und sehr aktiven Gemütszustand.

Theta Zustand: Thetawellen kennzeichnen einen leichten Schlaf oder Meditation.

Delta Zustand: Aus Deltawellen lässt sich Tiefschlaf erkennen.

Gamma Zustand: Gammawellen stehen für starke Konzentration und Bewusstseinserweiterung.

Menschen sind immer wieder in den Zuständen und wechseln stetig. Dabei ist die Deltawelle die Frequenz mit dem niedrigsten Hertz. Die Gammewellen sind jene Gehirnwellen mit dem höchsten Hertz-Wert.

Im Unterbewusstsein Veränderung herbeiführen

Unser Verstand ist eine übergroße Datenbank. Weil wir nicht alles brauchen, verschwindet vieles im Unterbewusstsein. Das ist der Teil des Gehirns, in dem Erinnerungen, Eindrücke oder Verhaltensmotive ihren Platz finden. Dort sitzt der Autopilot, der uns gerne steuert, wenn wir zu einer Sache eine Emotion empfinden.

Auf das Unterbewusstsein aktiv zugreifen, können wir nicht. Wir können mit einigen psychologischen Kniffen, es aus seiner dunklen Höhle locken, damit es zum Vorschein kommt. Dann kann man damit interagieren. Das wird gerne in der Psychotherapie oder beim Personal Coachings gemacht. Unser Unterbewusstes wehrt sich stark dagegen, weil es Prozesse innehält, die dich vor negativen äußeren Einflüssen schützen möchte.

Es ist deshalb das Unterbewusste, weil wir nicht merken, dass wir davon gesteuert werden. Erst wenn wir es herauslocken und es sich im Licht zeigt, können wir es bearbeiten und so bereits bewusste Handlungen verändern. Ein gutes Beispiel ist das Autofahren. Zu Beginn hast du noch auf jede Handbewegung geachtet und jeden Blick bewusst ausgeführt. Nach einer gewissen Zeit werden es automatisierte Handlungen, die nicht mehr hinterfragt werden. Erst wenn jemand kommt und deinen Focus darauf steuert, beginnst du erneut darüber nachzudenken.

Mechanisch ausgeführte Handlungsabläufe kann man zum Beispiel mit Achtsamkeitsübungen aufbrechen. Versuche doch mal, dir die Schuhe langsam zuzubinden. Wirklich so langsam, als ob du es einem Kind zeigen möchtest. Du wirst merken, dass diese Verlangsamung der Handlung, dein Denken verändert und du »kurz überlegen« musst, wie du dir genau die Schuhe bindest.

Gleich wirst du eine Übung finden, mit der du dein Unterbewusstsein aus der Höhle locken kannst.

Dauer: 3 Minuten.

Ausführung: Setze dich einen Moment in Ruhe hin und konzentriere dich ganz auf deine Atmung. Die Gedanken in deinem Kopf sollten leiser und leiser werden.

Beginne damit, den Raum, in dem du sitzt wahrzunehmen. Was siehst du? Was kannst du hören? Wie riecht es im Zimmer? Hast du Erlebnisse hier gehabt? Wofür steht dieser Raum symbolisch für dich?

Versuche deine Wahrnehmung bewusst zu kontrollieren und zu fühlen. Entdecke das Zimmer, wie ein Kind, dass es zum ersten Mal sieht. Du wirst plötzlich Dinge erkennen, die dir vorher nicht aufgefallen sind.

Die Realität ist in uns allen

Die Welt, wie wir sie betrachten, ist subjektiv. Sie wird gespeist durch die Sichtweise auf gewisse Dinge. Die Art, wie wir unser Umfeld auffassen, hängt von unserer Vergangenheit, unseren Gefühlen und von unserem Mindset ab. All diese Komponenten sind Teil deines Unterbewusstseins.

Jeder Mensch wird ein und dieselbe Situation anders aufnehmen und unterschiedlich reagieren. Deshalb ist die Realität in uns allen. In jeder Realität könnte etwas anderes vorherrschen. Unser Unterbewusstes bewertet Situationen immer anders, als jemand anderes.

Was wir wissen: Das Unterbewusstsein spielt eine große Rolle in unserer Wahrnehmung. Wenn wir das Unterbewusstsein unter Kontrolle hätten, könnten wir unsere Wahrnehmung bewusster steuern. Dass es das Unterbewusstsein gibt, hat einen natürlichen und schützenden Hintergrund. Äußere Reize wirken auf uns ein. Der Verstand filtert wichtiges und relevantes heraus und speichert es an unterschiedlichen Stellen ab. Wenn das Unterbewusstsein nicht da wäre, würden wir wahrscheinlich in einer Ecke kauern, weil wir reizüberflutet sind und der noch so kleinste Reiz (z. B. ein Geräusch) unsern Verstand durcheinander bringen würde. Unser Körper wäre permanent im Alarmzustand. Das Unterbewusste sorgt für die Abwehrmechanismen, damit unser Verstand keinen Schaden erleidet.

Dein Unterbewusstsein anzusprechen kann jedoch trainiert werden. Falls du wissen willst, wie das geht, ist hier ein Video, wie du Zugang zu deinem Unterbewusstsein erhältst:

Je nach Frequenz und Signalarten, die unser Gehirn sendet, variiert unser Gemütszustand. Somit stehen abweichende Frequenzen für unterschiedliche Zustände unseres Gehirns.

1) Alphawellen – Gespanntheit und Ruhe

Alle Gehirnwellen werden in Hertz erfasst. Die Einheit Hertz steht dabei für die gemessen Vorgänge (Kommunikation zwischen den Nervenzellen) pro Sekunde.

Alphawellen senden und empfangen Signale mit einer Frequenz von 7,5 bis 14 Hertz. Dein Gehirn verarbeitet weniger Informationen und Emotionen, wenn es im Alpha Zustand ist.

Deshalb bist du in diesem Zustand ruhig, aber für den Alltag konzentriert genug. Solltest du tagträumen oder eine leichte Meditation durchführen, befindet sich dein Gehirn im Alpha Zustand. Insbesondere verfügst du dann über eine erweiterte Vorstellungskraft. Aufgrund der erweiterten Vorstellungskraft nennt man diesen Zustand auch gerne Tor zum Unterbewusstsein.

2) Betawellen – Aufmerksamkeit

Beta Gehirnwellen stehen für einen Zustand des klaren Bewusstseins, der Logik und kritischen Schlussfolgerung. Dein Gehirn arbeitet intensiv und sendet deshalb Gehirnwellen auf einer Frequenz zwischen 14 und 40 Hertz.

Dieser Bewusstseinszustand kann allerdings in zwei Richtungen interpretiert werden. Einerseits sind Betawellen wichtig, um im Alltag seine Aufgaben bewerkstelligen zu können. Auf der anderen Seite können Gehirnströme auf dieser Frequenz auch für Stress und Unruhe stehen, da sie eine anregende und aktive Wirkung haben.

3) Thetawellen – Leichter Schlaf und Meditation

Thetawellen nennt man auch die Wellen des Unterbewusstseins. Diese treten vor allem dann auf, wenn du träumst, schläfst oder meditierst.

Bei der Tiefe einer Meditation, gibt es Unterschiede. Die Meditation für den Theta Zustand sollte dich entspannen, aber trotzdem oberflächlich bleiben. Bei tieferen Meditationen sendet unser Gehirn nämlich Deltawellen aus. Und diese findet man in der Regel nur im Tiefschlaf. Thetawellen sind also eine hervorragende Einschlafhilfe.

Mit den richtigen Gehirnwellen in den Schlaf finden

Theta Gehirnwellen kommen vor allem im REM-Schlaf vor. REM steht für Rapid Eye Movement. Im REM-Status steigt dein Blutdruck und dein Puls an.

In dieser Phase des Schlafes, hast du die meisten und aktivsten Träume, an die du dich später erinnern kannst. Allerdings werden im REM-Status nicht ausschließlich Thetawellen gesendet. Meistens sind neben Theta auch Alpha und Beta Aktivitäten zu messen. Allerdings in einem sehr geringen Maße.

Wenn du den Theta Zustand erreichen konntest, wirst du eine spirituell-kosmische Verbindung fühlen können. Am Höhepunkt des Bewusstseinszustandes wirst du Kreativität, Spiritualität und Inspiration verspüren.

Thetawellen senden auf einer Frequenz zwischen 4 und 7,5 Hertz und grenzen an der Alpha Frequenz an. Der Übergang zwischen Alpha und Theta ist fließend.

4) Deltawellen – Tiefschlaf

Person sleeping brain waves

Deltawellen bewegen sich im Bereich der langsamsten Hirnfunktion überhaupt. Die Frequenz der Hirnströme liegt zwischen 0,5 und 4 Hertz. Dieser Zustand trifft bei traumlosen Tiefschlaf oder bei einer sehr tiefen Meditation ein.

Wenn wir träumen, ist unser Verstand und auch unser Körper recht aktiv. Diese Verfassung ist gut für unsere seelische und körperliche Regeneration. Wissenschaftlich wurde bereits erforscht, dass es gesundheitliche Probleme mit sich bringt, wenn ein Mensch auf Dauer zu kurz in Tiefschlafphasen kommt oder zu wenige davon hat.

5) Gammawellen – Erkenntnis

Light bulb off

Gamma Gehirnwellen befinden sich im Bereich der schnellsten Gehirnfrequenz. Die Informationswechsel und emotionale Beanspruchung ist hier besonders hoch. Diese Hirnströme senden mit einer Frequenz von über 40 Hertz.

Es ist noch nicht viel über diesen Zustand bekannt, da nur sehr wenig geforscht wird. Allerdings lässt sich sagen, dass Gamma Gehirnwellen mit einer sehr hohen Informationsverarbeitung zusammenhängen. Außerdem sind sie mit der Konzentrationsfähigkeit und dem Lernprozess in Verbindung zu bringen und zwar auf höchster Ebene.

Fazit

Deine Stimmung und Realität können durch Gehirnwellen beeinflusst werden. Du hast die Kontrolle über dein Gehirn und über den Zustand, in welchem es sich befinden soll. Durch Meditationen, Binaurale Beats, Musik oder andere Hilfsmittel, kannst du dein Gehirn bewusst in eine von dir gewünschte Verfassung lenken.

Die Gehirnwellen wiederum beeinflussen unsere Bewusstseinszustände. Mit ein wenig Übung und Geduld kannst du über die Gehirnwellen auf dein Unterbewusstsein zugreifen.