Wie dir dein Unterbewusstsein im Alltag helfen kann

Lästige Angewohnheiten zu vermeiden, ist gar nicht so einfach. Das hast du womöglich selbst schon festgestellt? Bei der Arbeit immer wieder die gleichen Fehler zu machen oder du lässt überall etwas herumliegen, möchtest aber grundsätzlich mehr Ordnung halten? Lästige Angewohnheiten sind automatisierte Handgriffe, die im Unterbewusstsein ablaufen. Hast du dich jemals damit auseinandergesetzt? Dein unterbewusstes Denken ist im Hintergrund aktiv und regelt die automatischen Abläufe deines Körpers. Dies bedeutet, dass in deinem Denkmuster automatische Programm ablaufen, die sich eines Tages einmal festgelegt haben. Du kannst diese verändern und somit eine lästige Angewohnheit ablegen. Unbewusstest muss allerdings erst einmal bewusst gemacht werden. Und das ist gar nicht so einfach. In diesem Artikel wirst du erfahren was das Unterbewusstsein ist, wie es funktioniert und mit welchen Kniffen du es nutzen kannst, um deine alte Denkmuster umzustrukturieren. Es ist ein innerer Prozess, der Geduld und Arbeit erfordert. Am Ende wirst du Herr über deinen Verstand sein und mithilfe psychologischem Hintergrundwissen schlechte Gewohnheiten umändern. Die zwei Teile des Verstandes Dein Verstand besteht aus zwei Teilen: Dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein. Wie der Name bereits andeutet, ist der bewusste Teil des Verstandes, jener Teil, der aktiv ist am Geschehen teilnimmt. Du nimmst dadurch ganz bewusst Reize wahr und kannst darüber aktiv nachdenken. Wenn dir bewusst wird, dass eine Wespe an deinem Eisbecher sitzt, ist das etwas, was dein Bewusstsein wahrnimmt. Durch das Bewusstsein können wir Entscheidungen treffen. Das Unterbewusstsein hingegen ist alles was wir passiv erleben und ausführen. Unser Unterbewusstes steuert zum Beispiel die Angst vor der Wespe. Es lässt uns aufbringen oder die Wespe verjagen. Die Befürchtung, von ihr gesprochen zu werden ist ein unterbewusster Prozess. Wir werden ihn aktiv beobachten, aber können es nicht bewusst steuern. Du kennst vielleicht jemanden, der sofort aufspringt, wenn eine Wespe am Tisch herumfliegt? Diese Person reagiert auf den Angst machenden Reiz, ohne darüber nachdenken zu können. Prozentual geschieht 95 % der Denkleistung im Unterbewusstsein. Dies zu steuern, ist schwer aber nicht unmöglich. Mit etwas Übung und wenigen Kniffen, kann man sein Unterbewusstes erreichen und damit so arbeiten, dass es einen nutzt. Das Unterbewusstsein ist genauer gesehen ein wichtiger Schutzmechanismus, der uns davor bewahrt zu viele Reize aufzunehmen. Dieser Teil deines Verstandes sorgt dafür, dass du bildlich gesehen mit einer Sonnenbrille vor UV-Strahlen gestützt bist, während du in der heißen Sonne herumläufst. Es schützt deinen Verstand vor Gefahren, lässt aber nur so viel durch, wie nötig. Stelle es dir wie einen Prozessor vor. Eine Maschine ist nur so gut, wie der Programmierer es eingestellt hat. Soll heißen: Welche Automatismen es wann ausführt, hängt davon ab, wie du dein Unterbewusstsein in der Vergangenheit programmiert hast. Dies bedeutet auch, dass das System immer wieder gewartet werden und hie und da ein Upgrade erhalten sollte, damit automatisierte Vorgänge noch dem Arbeitsprozess entsprechen. Was für dein Unterbewusstsein vor 15 Jahren in Ordnung war, könnte heute kontraproduktiv sein. Durch äußere Reize wird das Unterbewusstsein aktiviert und läuft wie ein Anti-Virus-Programm im Hintergrund ab. Reize wären beispielsweise eine Uhrzeit, ein Ort oder eine Person, ein Tier. Sobald es eine Gefahr (für den Verstand) erkennt, werden Abwehrmechanismen (Angst) hochgefahren. Die Angst im Unterbewussten sorgt für Flucht oder Angriff: Beim Anblick der Wespe springst du auf! Angewohnheiten sind nicht nur körperlich, wie etwa das Trommeln mit den Fingern auf dem Tisch oder Zähneputzen nach dem Aufstehen. Auch die Art, wie du über dich selbst und andere Menschen denkst, ist eine mentale Angewohnheit. Beispielhafte mentale Angewohnheiten – beziehungsweise destruktive Gedanken:
  • Sich selbst Fehler oder Schuld einzugestehen, fällt vielen Menschen schwer. Sie übernehmen ungern Verantwortung.
  • Sie sind in ihren Gedanken gefangen und drehen sich im Kreis und nörgeln, meckern und jammern. Sie sind in ihrer Emotion gefangen und wehren sich dagegen nach einer Lösung zu suchen, weil die Welt gerade so gemein zu ihnen ist.
  • Das Opfer zu sein, ist für viele Menschen leichter zu ertragen. Sie erwarten viel Verständnis und Unterstützung von außen. Es entsteht eine Bist-du-nicht-für-mich-bist-du-gegen-mich-Einstellung.
  • Dadurch, dass sie ihr Problem immer wieder neu durchleben, hängen sie in der Vergangenheit fest und sind kaum in der Lage, sich auf das Jetzt und Hier zu konzentrieren. Die vergangene Verletzung gedanklich immer wieder durchgespielt.
  • Das Ziel besser, schneller und schöner zu sein, als andere kostet Kraft. Dadurch sind diese Personen permanent unter Strom und im Konkurrenzkampf mit anderen. Sie gönnen sich selbst keine Pause, weil sie von sich selbst wenig halten.
  • Durch die mentale Unsicherheit, neigen einige Personen dazu, die Meinungen anderer als wichtiger zu empfinden, als ihre eigene. Sie trauen sich selbst nichts zu und sind deshalb ständig auf die Resonanz ihres Umfeldes angewiesen.
  • Veränderungen bedeuten für manche Menschen Gefahr, weshalb sie in ihren Gewässern bleiben, statt neues zu erkunden. Neues bedeutet für sie, etwas zu verlieren. Darin liegt ihr Fokus. Sie können sich mental nicht darauf einlassen etwas zu gewinnen.
Entdecke mit dem Unterbewusstsein deine Verhaltensmuster Deine Verhaltensmuster sind im Unterbewusstsein abgespeichert. Ist es mit einer Emotion gekoppelt, prägt sich das noch schneller ein, als wenn du neutral dazu stehst. Beispiel: Autofahren vs. Trennung. Das Autofahren ist ein unterbewusster Vorgang, der nicht gewertet wird. Erlebst du eine Trennung als bösartig oder schlimm, wird es anders im Unterbewusstsein abgespeichert und entsprechend reagierst du bei einer erneuten Trennungs-Situation. Mentale Angewohnheiten und die Art des sozialen Miteinander speichern wir durch Wiederholung der Beobachtung und der erlebten Erfahrung ab. Das Unterbewusstsein ist bildlich betrachtet eine Art Register. Es speichert und ordnet deine Verhaltensmuster und Routinen, die du über die Jahre hinweg aufgebaut hast. Dabei kommuniziert es mit dem Bewusstsein. Das heißt: Beobachtest du, dass eine Person mit Augenrollen auf dich reagiert, beginnt dein Verstand zu arbeiten und versucht dies zu interpretieren. Daraufhin löst es die entsprechende Reaktion aus, die es im Register gefunden hat. Ganz nach deiner Erfahrung (im Unterbewussten abgespeichert), reagierst du auf das Augenrollen negativ oder neugierig. Dein Handlungsspielraum ist nicht besonders groß, wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass Personen auf dich negativ reagieren. Demnach würdest das Augenrollen persönlich nehmen und nicht ganz so freundlich auf die Person reagieren. Es automatisiert dein Verhalten und die Art, wie du nachdenkst. Die zwei Teile des Verstandes arbeiten miteinander und beeinflussen sich gegenseitig. So wie das Bewusstsein den Inhalt des Registers vorgibt, gibt das Unterbewusstsein vor, wie du im bewussten Zustand Dinge wahrnimmst. Deshalb sagt man, dass jeder Mensch seine eigene subjektive Welt betrachtet. Das, worauf dein Fokus liegt, existiert möglicherweise nur in deiner Welt – in deiner Wahrnehmung. Wenn dein Unterbewusstsein destruktiv programmiert ist, wird es dir womöglich erst auffallen, wenn dich jemand darauf aufmerksam macht – es dir bewusst macht. Sofern du negative Denkgewohnheiten eingespeichert hast, wirst du mit deinem Bewusstsein negative Automatismen auslösen und die meisten Dinge negativ beurteilen. Sätze wie: Ich habe es nicht verdient!« oder »Ich schaffe das eh nicht!«, sind negative Selbstgespräche: eine mentale Angewohnheit, sich selbst zu beleidigen und niederzumachen. Einige Menschen hören solche Sätze aus ihrem Umfeld und glauben das, was man zu ihnen sagt. Schön finden sie es jedoch nicht. Da ihnen die Meinung anderer so wichtig ist, nehmen sie es als ihres an und beginnen damit, diese Dinge zu sich selbst zu sagen. Es hat sich in ihrem Unterbewusstsein manifestiert und wird sie davon abhalten an ihrem Erfolg zu arbeiten. Es ist ein Teufelskreis. Diesen Kreislauf kannst du durchbrechen! Durch den Zugang zum Unterbewussten, hast du Zugriff auf deine »Software«. Wenn du also dein Unterbewusstsein änderst, hast du die volle Kontrolle darüber, wie du dein Umfeld wahrnimmst und wie du zum Beispiel auf andere Personen angemessener reagieren kannst. So kannst du gezielt dein Verhalten optimieren und dein gewünschtes Mindset etablieren. Von einem Fixed-Mindset zu einem Growth-Mindset zu kommen, ist machbar. Dein Verstand ist nicht verloren, nur weil du bei dir vielleicht ungünstige Verhaltens- und Denkmuster erkennst. Dass du sie erkennst, ist der erste Schritt des Bewusstwerdens. Um die Kontrolle über deine Denkmuster zu erlangen, solltest du mit bewussten Handlungen beginnen. Mit der Wiederholung von positiven Gedanken, kannst du dein Register (Unterbewusstsein) umstrukturieren. Nimm es dir ganz bewusst vor, einen bestimmten Gedanken zu verändern und wiederhole es. Denn nur Wiederholung kann zu einer Routine werden. Und Routinen werden im Unterbewussten abgespeichert. Möchtest du dir abgewöhnen dich ständig als dumm zu bezeichnen, musst du dir bewusst werden, wann du das zu dir sagst und dann in diesen Momenten aktiv etwas positives sagen. Bewusstseins-Upgrade Nun hast du erfahren, was das Unterbewusstsein ist und welchen Einfluss es auf dich hat. Im zweiten Teil des Artikels wirst du lernen, unbewusste Abläufe bewusst wahrzunehmen und aktiv zu beeinflussen. Dabei ist es hilfreich sich einer konkreten Situation zu widmen. Im ersten Schritt solltest du dir die folgenden Fragen stellen: Wovor fürchte ich mich? Was ist mein Problem hinter meinem Problem? Woran glaube ich? Was sind meine Werte? Was sagen die inneren Stimmen zu der Situation? Was sind meine inneren Gespräche? Dir wird auffallen, dass du nicht sofort auf jede Frage eine Antwort hast. Das liegt daran, dass dir dein Unterbewusstsein diese Art des Denkens abnimmt. Unser Verstand aktiviert seinen Schutzmechanismus, damit du deine Aufmerksamkeit auf komplexere Dinge legen kannst. Achtsamkeit gegenüber sich selbst hat Vorteile. Du verstehst dich besser, kannst dich genauer einschätzen und dir fällt es einfacher, dein Verhalten so zu verändern, wie du es wirklich möchtest. Achtsamkeit bedeutet, genau zu beobachten, was man tut. Der Verstand hat etwas Magisches. Er kann zwischen Realität und Einbildung nicht unterscheiden. Wenn du dir vorstellst, wie es wäre deinen Lieblingsmenschen gleich in die Arme nehmen zu können, wird dein Verstand deinen Körper darauf vorbereiten. Du bist nervös vor einem Date? Du hast die Person schon auf einem Foto gesehen und bist voller Vorfreude? Kennst du das Gefühl? Genau das macht es mit uns, wenn wir uns etwas vorstellen, was (noch) nicht ist. Mit stetiger Wiederholung der konstruktiven Veränderung kannst du die unerwünschten Gewohnheiten gegen erwünschte ersetzen. Das ist der Grund, warum positive Affirmationen auch so gut funktionieren. Sie setzen an der zentralen Funktionsweise des Unterbewusstseins an. Neue Gedanken baust du am besten in deinen Alltag ein, sodass du es jeden Tag übst. Üben bedeuten, bewusstest Anwenden. Dadurch wird das gewünschte Denkverhalten zur Gewohnheit. So kannst du Verhaltensmuster oder unangenehme Handlungsweisen verändern. Um deine Gedanken zu beobachten, ist es wichtig sie neutral zu sehen. Du solltest sie nicht bewerten: »Ich beobachte, dass ich denke, ich sei es nicht wert geliebt zu werden. Das ist schlecht.« Dies bürgt die Gefahr, in einen inneren Dialog zu treten. Bewertung bedeutet immer, dass es einen Teil von dir nicht gefällt, dass es so bewertet wird. Es wird immer Gegenstimmen geben oder jene, die die Bewertung untermalen. So entsteht ein Teufelskreis. Beobachte deshalb als »fremde Person«, deine Gedanken. Kniffe, wie du ins Unterbewusstsein eintauchen kannst Es gibt einige Kniffe, mit denen es dir möglich ist, in dein Unterbewusstsein einzutauchen. Diese Tipps sind besonders effektiv und unterstützen den Programierprozess. Gehirnwellen mit binauralen Beats unterstützen   Unser Verstand arbeitet in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Je nachdem welche Aufgabe es derzeit hat und wie viel Kraft es kostet. Die Hirnaktivität wird in Frequenz gemessen. Besonders interessant sind die Alpha- und Thetawellen. Alphawellen nennt man auch das Tor zum Unterbewusstsein. Sie versetzen dich in einen Zustand der Entspannung und inneren Ruhe. Wenn der Geist leise ist, wird es einfacher sein, auf die innere Stimme zu hören und das Unterbewusstsein besser verstehen zu können. Der Alpha Zustand ist deshalb das Tor zum Unterbewussten, weil bei der Frequenz dieser Gehirnwellen der Mensch wenig grübelt. Das Bewusste tritt in den Hintergrund. Gleiches gilt auch für Thetawellen. Wenn du dich im Theta Zustand befindest, verfügst du über eine erweiterte Vorstellungskraft. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn du Dinge visualisieren willst, die dein Unterbewusstsein direkt annehmen soll. Hier kommen die Binaural Beats ins Spiel. Durch binaurale Beats kannst du deine Hirnaktivität bewusst beschleunigen oder verlangsamen und dich gezielt in einen Alpha- oder Thetazustand bringen. Mit Meditation das Unterbewusstsein erreichen Vielen Menschen fällt es schwer »einfach so« ihre Denkweise zu verändern und ihre Gedanken nicht zu bewerten. Für diese Menschen eignet sich zum Einstieg die Meditation. So lernen sie, mehr zu beobachten und weniger zu deuten. Durch tägliche Meditation wirst du die Fähigkeit aufbauen und verbessern, Gedanken ziehen zu lassen, die dich ablenken oder stören. So wird es dir deutlich leichter fallen, ins Unterbewusstsein einzudringen. Erst wenn es im Kopf ruhig ist, kann man das Klappern des Uhrwerks hören, an dem man herumwerkeln will. Ähnlich wie bei binauralen Beats, wirst du durch Meditation einen Zustand der Entspannung erreichen und deinen Verstand dazu bringen, Thetawellen auszusenden. Meditieren unterstützt dich dabei, alle mentalen Barrieren oder Einschränkungen, die du in deinem Unterbewusstsein hast, abzubauen. Wir haben einen interessanten Artikel über Meditation veröffentlicht, den du hier ansehen kannst. Positive Affirmationen unterbewusst nutzen Affirmationen sind formulierte Aussagen, die der Selbstüberzeugung dienen. Es gibt negative und positive Affirmationen. Durch Wiederholung und der Eigenschaft, nicht zwischen Realität und Einbildung unterscheiden zu können, sind positive Affirmationen dazu prädestiniert, mit deinem Unterbewusstsein zu arbeiten. Du definierst positive Affirmationen und wiederholst sie täglich mehrmals. Da sie positiv, in der Gegenwartsform und in der Ich-Form auftreten, fällt es deinem Unterbewusstsein leichter, sie anzunehmen. Dort können sie wirken und sich entfalten. Bei positiven Affirmationen ist die Wiederholung wichtig. Das bedeutet, tägliches Anwenden und nicht nur sporadisch alle paar Wochen mal. Du wirst mit der Zeit spüren, wie die guten Glaubenssätze deine Denkweise und somit dein Handeln beeinflussen. Somit kannst du in jedem Bereich deines Lebens Gewinne erzielen. Zum Schluss möchten wir dir ein Video ans Herz legen, welches dir alternative Möglichkeiten aufzeigt, wie du dein Unterbewusstsein neu programmieren kannst: Fazit Unterbewusste Vorgänge sind unser ganze Leben lang aktiv. Es ist die Kraftzentrale unseres Verstandes und nimmt uns viele alltägliche Denkvorgänge ab. Die Macht des Unterbewusstsein ist schlichtweg grenzenlos. Es kann uns zu Höchstleistungen antreiben und schützt uns vor Gefahren. Es beeinflusst deine Sichtweise auf die Dinge und auf deine Realität. Es liegt also an dir, ob du dich von deinem Unterbewusstsein positiv oder negativ beeinflussen lässt. Wir haben dir effiziente Methoden aufgezeigt, wie du Zugang zu deinem Unterbewusstsein erlangen kannst. Wir sind uns sicher, dass du es schaffen wirst, lästige Gewohnheiten und unschöne Denkmuster zu durchbrechen und durch angenehmere zu ersetzen.